Auf Einladung des Centrums für Europarecht an der Universität Passau hielt Prof. Dr. Martin Selmayr, Generalsekretär der Europäischen Kommission und Alumnus der Universität, am Donnerstag, den 17. Januar, einen Vortrag zum Thema "Die Europäische Union im Januar 2019 zwischen Kontinuität, Brexit und Neugründung".

Nach einer kurzen Einführung durch Professor Dr. Michael Schweitzer, Wissenschaftlicher Direktor des Centrums für Europarecht, stieg Prof. Dr. Martin Selmayr in seinen Vortrag mit den Worten ein, dass trotz der zahlreichen "Krisen" der vergangenen Jahre, die Europäische Union so vereint und stark wie noch nie zuvor sei.

Anlehnend an das kürzlich von der Europäischen Kommission veröffentlichte Weißbuch zur Zukunft Europas skizzierte er fünf mögliche Visionen für Europa, die jeweils ihre eigenen Vorzüge und Herausforderungen hätten, wie bspw. das vom französischen Präsidenten Macron vorgeschlagene Europa der zwei Geschwindigkeiten.

Angesichts der Ablehnung des Brexit-Deals lediglich zwei Tage zuvor, war es nicht überraschend, dass im Zentrum des Vortrag natürlich der Brexit. Wie die Zukunft Europas ohne das Vereinigte Königreich aussehe und welche Austrittsszenarien möglich seien, visualisierte der Generalsekretär anhand einer Darstellung (siehe unten). Nach der Ablehnung des Brexit-Deals, sei es nun der Ball auf Seiten der UK.

Zur Person Selmayrs
Nach mehreren Jahren in der Wissenschaft an der Universität Passau, im Privatsektor und bei der Europäischen Zentralbank, kam Martin Selmayr 2004 zur Europäischen Kommission. Hier war er zunächst als Kommissionssprecher für Informationsgesellschaft und Medien tätig. 2010 wurde er Kabinettchef von Viviane Reding, der für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft zuständigen Vizepräsidentin der Kommission (2010-2014). In diesen Funktionen war er wesentlich an der Kampagne der EU zur Abschaffung der Roaming-Gebühren und an der Einführung neuer EU-Datenschutzregeln beteiligt. 2014 übernahm Martin Selmayr die Wahlkampfleitung von Jean-Claude Juncker als Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) bei der Europawahl. Danach wurde er zum Hauptberater in der Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen und EU-Direktor bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, bevor ihn Jean-Claude Juncker zuerst zum Leiter seines Übergangsteams und bei Antritt seines Amtes als Kommissionspräsident (1. November 2014) zum Kabinettchef berief. Im Februar 2018 hat ihn das Kollegium der 28 EU-Kommissare einstimmig zum Generalsekretär der Europäischen Kommission ernannt.

Kommentar schreiben

Für diesen Inhalt ist es nicht mehr möglich, einen Kommentar zu schreiben!

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag